interkulturelle Waldorfschule Berlin
  1. Interkulturelle Waldorfschule Berlin
  2. Konzept
  3. Strukturelle Besonderheiten

Strukturelle Besonderheiten

„Ein Bauer, der seine heimatliche Scholle nie verließ, in seinem Lebenskreis aber alles wirklich beherrscht, ist gebildeter als moderne Globetrotter, die von fremder Kultur und Sitte nur die Oberfläche begreifen, weil sie selbst eine bodenständige Kultur und Sitte nicht nicht mehr in sich fühlen, während jener, sobald man ihn mit dem fremdartigen Leben in einen unmittelbaren Zusammenhang brächte, von der Struktur seines eigenen, sich in die Struktur des fremden Lebens von selber hineinfinden würde. Denn die 'Natur' ist sich überall gleich, dieselbe kosmische Ordnung prägt sich bald so, bald etwas anders, im Prinzip aber als ein unveränderliches metaphysisches Gesetz in allen Menschen und in allen Kulturen gleichartig aus.“
(Delekat 1927, zitiert nach Steinkellner 2012) 
 

Das mögliche Wissen ist so unendlich wie die Zahl der Erscheinungen des Lebens. Es kann nicht Aufgabe der Schule sein, dem Leben vorzugreifen und eine Auswahl nach dem Kriterium einer vermeintlichen Wertigkeit zu treffen. Vielmehr muss sich die Auswahl des Unterrichtsstoffes danach richten, ob das Kind an ihm Fähigkeiten entwickeln kann, die es in den Stand setzen, sich in zukünftigen, nicht vorhersehbaren Situationen die dann jeweils nötigen Kenntnisse selbst anzueignen. Die Freie Interkulturelle Waldorfschule Berlin zieht daher eine gründliche Vertiefung ausgewählter Gegenstände einer oberflächlichen Kenntnis unüberschaubarer Fakten vor. Das Kind soll die Zeit haben, sich in einzelne Gegenstände hineinzuversenken und die Begriffe in sich leben zu lassen.