interkulturelle Waldorfschule Berlin
  1. Interkulturelle Waldorfschule Berlin
  2. Konzept
  3. Religion
  4. Die Vielfalt entdecken

Die Vielfalt entdecken

Die Freie Interkulturelle Waldorfschule Berlin erkennt die Berechtigung jeder Religionsgemeinschaft an, und erlaubt den Angehörigen der jeweiligen Gemeinschaft so weit wie möglich, ihre kulturbedingten Gepflogenheiten auch im Schulalltag zu berücksichtigen. Die Schule selbst ergreift jedoch für keine der in ihr vertretenen Weltanschauungen Partei – sie ist als solche weder muslimisch, noch jüdisch, noch christlich. Sie redet deshalb auch dem Lehrer nicht in Weltanschauungsfragen hinein – welcher Religionsgemeinschaft er sich anschließen möchte oder nicht, ist Privatangelegenheit des Einzelnen. Gegenüber den Kindern hat der Lehrer das Thema Religion von einem rein pädagogischen Gesichtspunkt zu handhaben. Es spricht nichts dagegen, der natürlichen Religiosität der Kinder z.B. durch ein gemeinsames Begehen der verschiedenen Jahresfeste entgegenzukommen. Wenn das Kind im Herbst das christliche Bild des Erzengels Michael, zu Ramadan den Verzicht der Muslime auf den Gebrauch beleidigender Worte, oder an Chanukka das Bild der stofflos brennenden Kerze kennen lernen darf, bringt es sich in ein Verhältnis zu den Tatsachen der Kulturwelt. Die Lehrer der Freien Interkulturellen Waldorfschule Berlin ringen deshalb darum, in den jeweiligen Religionen diejenigen Bilder zu entdecken, die den natürlichen Bedürfnissen der Kinder entgegenkommen und in objektivierter Gestalt mitvollzogen werden können. Sie vermeiden dabei aber unter allen Umstände jede „Lehre“ dogmatischer Inhalte, das Moralisieren in jeder Form, oder die Einforderung der Befolgung religiöser Gebote.


Auch die Anthroposophie ist kein Lehrinhalt, sondern dient den Lehrern lediglich als Methode, ihre pädagogische Praxis zu entwickeln. Anthroposophie ist die hier angewandte Kunst. Das heisst z.B., aufgrund seines anthroposophischen Menschenbildes weiß der Lehrer etwa, dass er nicht nur den Schultag, sondern auch die Nacht berücksichtigen muss, da die gelernten Inhalte in der Nacht verarbeitet werden. Er kann mit dieser Tatsache rechnen, und den Stundenplan entsprechend gliedern, so dass z.B. das Unterrichtsthema am nächsten Tag von einer anderen Perspektive erneut aufgegriffen wird. Den Kindern hat er seine methodischen Gesichtspunkte jedoch nicht zu erläutern. Gleichwohl steht es den Schülern selbstverständlich frei, in eine Bibliothek zu gehen und sich über die Methode der Waldorfpädagogik zu informieren.