Unsere Schule eröffnet Dienstag, 6. September

Elternrundbrief vom 4. September 2016:

 

Liebe Eltern,

Wilhelm von Humboldt, Staatsmann und Gründer der Berliner Universität, schrieb 1792: „Der wahre Zweck des Menschen – nicht der, welchen die wechselnde Neigung, sondern welchen die ewig unveränderliche Vernunft ihm vorschreibt – ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste und unerläßliche Bedingung. Allein außer der Freiheit erfordert die Entwickelung der menschlichen Kräfte noch etwas andres, obgleich mit der Freiheit eng Verbundenes: Mannigfaltigkeit der Situationen. Auch der freieste und unabhängigste Mensch, in einförmige Lagen versetzt, bildet sich minder aus.“

Die modernsten Gedanken sind oft gar keine neuen, sondern sehr alte Gedanken, die aber erst verloren, wiedergefunden, neu-erlebt werden müssen, bis sie „an der Zeit“ sind. Was Wilhelm von Humboldt vor über 200 Jahren als Kämpfer gegen seine Zeit hervorbrachte, wird heute von vielen Menschen ganz selbstverständlich empfunden - weil es nun an der Zeit ist.

So kommt es, dass Humboldts Gedanke im Namen unserer Schule steckt: Mit der Freien Interkulturellen Waldorfschule Berlin wollen Pädagogen, Eltern und Kinder jenen inneren Zusammenhang zwischen der Freiheit einerseits und der „Mannigfaltigkeit der Situationen“ andererseits praktisch-pädagogisch ergreifen, zum „wahren Zweck des Menschen“, nämlich zur „Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen“.

Kommenden Dienstag um 7:30 Uhr öffnet die Freie Interkulturelle Waldorfschule Berlin nun erstmals Ihre Türen. Eltern, Lehrer und Handwerker sind das Wochenende über vor Ort, um den Räumen den letzten Feinschliff zu geben. Es sind schöne Räume geworden. Natürlich ist die Schule als solche noch nicht „fertig“ - vieles wird in den kommenden Wochen noch zu gestalten sein, z.B. die Grünanlagen. Aber dass die Bauarbeiten tatsächlich genau auf die Minute fertiggestellt werden konnten, ist ein kleines Wunder.

Ein Wunder ist aber auch, wie die Kräfte hier zusammenfanden, um diese Schulgründung zu ermöglichen. Vom ersten Gedanken vor 6 Jahren bis zur endgültigen Betriebsgenehmigung, die uns Freitagnachmittag erreichte, haben unzählige Menschen in den mannigfaltigsten Situationen auf nichts anderes gebaut als auf die Freiheit des anderen - angefangen bei den Eltern, bis hin zu Behörden und Banken - getragen hat immer die individuelle Empfindung: das ist an der Zeit!

Doch wie eigentlich die Zeit spricht, was genau sie von uns Erwachsenen verlangt, das werden wir an den jungen Menschen abzulesen haben, die nun diese Räume mit Leben füllen werden. Am Dienstag wird zunächst unsere Klassenlehrerin Frau Katrin Bokermann die Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Klasse für ihren ersten Unterricht, beginnend um 8:15 Uhr, empfangen. Die Kinder der 1. Klassedürfen dann am Samstag, den 10. September um 10 Uhr mit unserer Klassenlehrerin Frau Cecilia Graff ihre Einschulung feiern.

Liebe Eltern, wir sind unglaublich gespannt und freuen uns sehr auf die Zeit, die nun beginnt. Und wir sind stolz, dass Sie uns mit dieser Aufgabe betraut haben. Aber wir betrachten die Schule deshalb nicht als die Angelegenheit der Lehrer und Erzieher alleine. Es ist richtig - wir haben als Lehrer-Initiative begonnen. Aus den schönen Begegnungen mit Ihnen konnten wir jedoch die Gewissheit mitnehmen, dass Sie den Gründungsimpuls gemeinsam mit uns festigen, vertiefen, verwandeln werden - für eine lebendige, wahrhaft freiheitliche und inter-kulturelle Gemeinschaft.

 

Herzliche Grüße
für das Gründungsteam der Freien Interkulturellen Waldorfschule Berlin i.G.
Johannes Mosmann

Freie Interkulturelle Waldorfschule Berlin i.G.
c/o Christoph Doll
Friedrichstraße 234
10969 Berlin
030/68080479
http://berlin.interkulturellewaldorfschule.org

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